Neues Gebäude-Energie-Gesetz

Neuer Entwurf Stand 08.01.2017

Die zuständigen Bundesministerien arbeiten derzeit an einem neuen Entwurf des Gebäude-Energie-Gesetzes (GEG), mit dem die EnEV und das EEWärmeG in einem Gesetz zusammengefasst werden sollen. Der neue Referentenentwurf wird auch die Definition des von der EU ab 2019 geforderten nearly zero energy building Standards für öffentliche Gebäude (Neubauten) enthalten. Die Definition für alle anderen Gebäude wird später kommen. In der Presse war u.a. zu lesen: Die Bundesregierung strebt an, das GEG noch in dieser Legislaturperiode zu verabschieden. Nach Wissens des ZVSHK ist die Abstimmung des Referentenentwurfes zwischen den Ministerien aktuell noch nicht abgeschlossen. Sobald dies der Fall ist, wird er veröffentlicht. Einen kürzlich vorab bekannt gewordenen Entwurf finden Sie zu Ihrer Information am Seitenende als Download – es ist jedoch gut möglich, dass sich vor der Diskussion mit Verbänden und Ländern noch Änderungen ergeben.

Die Zusammenführung von Energieeinsparungsgesetz (EnEG), Energieeinsparverordnung (EnEV) und Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) im Gebäudeenergiegesetz (GEG) beendet das Nebeneinander zweier Regelwerke, die die energetischen Anforderungen an Neubauten und – im Falle größerer Renovierungen – an Bestandsgebäude bestimmen. Für die Errichtung neuer Gebäude gilt künftig ein einheitliches Anforderungssystem, in dem Energieeffizienz und Erneuerbare Energien integriert sind. Die ordnungsrechtlichen Vorgaben folgen weiterhin dem Ansatz, den Primärenergiebedarf von Gebäuden zu minimieren, indem der Energiebedarf eines Gebäudes von vorneherein durch einen energetisch hochwertigen baulichen Wärmeschutz (insbesondere durch gute Dämmung, gute Fenster und Vermeidung von Wärmebrückenverlusten) begrenzt wird und den verbleibenden Energiebedarf zunehmend durch erneuerbare Energien gedeckt wird.

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) folgt weiterhin dem Grundsatz, dass energetisch hochwertige Gebäude sowohl wirtschaftlich als auch mit marktgängigen Technologien errichtet werden können. Neu sind Flexibilisierungen beim Einsatz von gebäudenah erzeugtem Strom aus erneuerbaren Energien, beim Einsatz von aufbereitetem und in das Erdgasnetz eingespeistem Biogas (Biomethan) sowie beim Einbau von modernen, besonders effizienten Wärmeerzeugungsanlagen in Neubauten, die Bestandsgebäude mitversorgen und dadurch Altanlagen mit niedrigerer Effizienz im Bestand ersetzen. Dadurch erhalten Bauherren weitere Möglichkeiten, um die energetischen Anforderungen an Neubauten mit besonders effizienten, wirtschaftlichen und nachhaltigen Lösungen zu erfüllen. Mit den Neuregelungen gehen keine Abstriche beim baulichen Wärmeschutz einher.

Neu ist ferner, dass die sich aus dem Primärenergiebedarf oder Primärenergieverbrauch ergebenden CO2-Emissionen eines Gebäudes – nach Maßgabe einer noch zu erlassenden Rechtsverordnung – künftig zusätzlich im Energieausweis anzugeben sind. Dadurch erhalten Eigentümer und Mieter neben den weiter bestehenden Informationen über die energetische Qualität eines Gebäudes zusätzliche Informationen, die die Klimawirkung berücksichtigen.

Das Gebäudeenergiegesetz ermächtigt darüber hinaus die Bundesregierung, die Primärenergiefaktoren durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates neu zu justieren. Künftig sollen die Klimawirkung (CO2-Emissionen), die Versorgungssicherheit und weitere Aspekte der Nachhaltigkeit (etwa Verfügbarkeit, Nutzungskonkurrenzen) einzelner Primärenergieträger, Technologien und Verfahren zur Wärme- und Kälteenergiebereitstellung stärker berücksichtigt werden. Bis zum Erlass der Rechtsverordnung sind die Primärenergiefaktoren entsprechend dem Stand des Gebäudeenergiegesetzes weiter zu verwenden.

Zum Download: Referentenentwurf Gebäude-Energie-Gesetz (GEG), Stand 08.01.2017

 

Dateien:170108__Referentenwentwurf_GEG_Stand_08_01_2017.pdf862 K Quelle:  https://www.zvshk.de/fachwissen-fuer-shk-gewerke/technik/news/heizungs-klima-lueftungstechnik/details/artikel/6932-gebaeude-energie-gesetz-geg/